Die Wasserversorgung gehört in die öffentliche Hand

Dass das Thema Trinkwasser so interessant werden kann, ahnten wohl die wenigsten der rund 30 Senioren in der IG BAU und der AG 60 Plus der SPD Kleve im Vorhinein. Im Pumpwerk der Stadtwerke Kleve GmbH, mitten im Reichswald,begrüßten der Prokurist Arnold Lamers und Aufsichtsratsmitglied Josef Gietemann (SPD) ihre Gäste aus Partei und Gewerkschaft.
Einführend sprach Lamers von der Geschichte der Wasserförderung in Kleve. Angefangen im Jahre 1878 mit dem ersten Klever Wasserwerk, über den ersten Brunnen im Reichswald im Jahre 1958 bis hin zum heutigen Netzgebiet der Stadtwerke. Dieses zieht sich überdie Stadt Kleve, die Gemeinden Bedburg-Hau, Kranenburg, Uedem und Weeze sowie die
Ortsteile Nierswalde und Hülm der Stadt Goch.

Mit einer Länge von 915 km wird Trinkwasser an über 27.728 Hausanschlüsse der Kunden befördert. Gewonnen wird das Trinkwasser aus den Förderanlagen im Reichswald. Die rund 7 Mio. Kubikmeter geförderten Rohwassers stammen aus neun Vertikal- sowie einem Horizontalbrunnen. Jährlich werden etwa 2 Mio. Euro in den Unterhalt des Wasserleitungsnetzes investiert. Auf die Qualitätssicherung des Klever Trinkwassers legen die Stadtwerke besonderen Wert, so werden in einem Jahr im Einzugsbereich der Wassergewinnung über 150 Bodenproben gezogen, Landwirte und Gärtner für den sparsamen Umgang mit Düngemittel entschädigt und die Aufforstung des Reichswaldes mit Laubbäumen unterstützt.

„Solche Maßnahmen sind nicht preiswert, aber nachhaltig und kommen daher unseren nachfolgenden Generationen zu Gute“, unterstützt Josef Gietemann diese Investitionen. Doch damit, so befürchtet er, könnte es bald vorbei sein. Die EU-Kommission will, dass sich deutsche Stadtwerke dem europaweiten Wettbewerb stellen. Der zuständige EU-Kommissar fordert die Privatisierung der Wasserwirtschaft.Die Gewerkschaft Verdi läuft bereits Sturmgegen diese Forderung. „Die Wasserversorgung ist, wie bisher, in der öffentlichen Hand am besten aufgehoben, denn Trinkwasser darf man nicht dem freien Markt überlassen“, bezieht der Klever SPD-Vorsitzende Gietemann deutlich Stellung. „In anderen EU-Ländern, wie Portugal und England, hat die Privatisierung für schlechtere Wasserqualität und höhere Preise gesorgt“, so Gietemann. Darum werde die Klever SPD, am 02.03.13 in der Stadt einen Infostand aufbauen, um Unterschriftenlisten gegen die Privatisierung der Wasserversorgung zu sammeln.

Abschließend führte der Bereichsleiter Arnold Lamers die Gäste durch das Pumpwerk und zu einem der neun Brunnen. Lore de Vries (IG BAU) und Heinz Boskamp (AG60 Plus) bedankten sich abschließend bei den beiden Referenten für ihren interessanten Einblick in das Thema „Lebensmittel Wasser“.

Autor:

Lokalkompass Kleve aus Kleve

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